Auf zu neuen Häfen

 

 

 

Swinemünde haben wir am 6.7. verlassen und sind mit Kurs 60 ° an der Halbinsel Wolin mit seiner hohen Steilküste entlang gesegelt. Bereits um 13.45 Uhr waren wir im kleinen idyllischen Hafen von Dziwnow fest. Die nächsten Tage wehte kräftiger Wind aus NW, der direkt auf die Küste bläst, so dass ein Aus- oder Einlaufen sehr ungemütlich und gefährlich ist. In den Flusshäfen steht dann der Strom gegen den Wind. so daß sich eine ordentliche See aufbaut. Im Fischereihafen lag eine kleine Yacht, die mit gebrochenem Ruder in Seenot geraten war und beim Bergen einen Totalschaden erlitten hat. Beim Schleppen in rauher See war zusätzlich der Mast gebrochen. Ein sehr trauriger Anblick.

 

 

 

Dziwnow ist ein beliebter Ferienort, die Hauptstraße ist ein einziger Rummelplatz. Hüpfburgen, Karussels, Eisbuden, Cafés, Restaurants mit deftigen Gerichten und Souveniershops reihen sich aneinander. In einer Seitenstraße haben wir eine gute Räucherei gefunden. Direkt hinter dem Strand verläuft eine Promenade, die an ungeschützten Stellen zum versanden neigt. Bei nachlassendem Wind war ich einmal zum Schwimmen. Am Strand herrschte eine unglaubliche Enge. Zwischen den einzelnen Stoffbahnen war kaum ein Durchkommen oder Platz für mein Badehandtuch. Verkäufer priesen lauthals Popcorn - das konnte ich verstehen - und andere Leckereien an.

 

 

 

Am Donnerstag, dem 11. Juli wehte der Wind wieder mäßig, so daß wir endlich weiter segeln konnten. In der Einfahrt stand immer noch eine sehr unangenehme Welle. Frei von allen Untiefen haben wir Groß und Fock gesetzt und sind gemütlich nach Kolberg gesegelt. Die Küste ist geprägt von Strand und Wald, unterbrochen nur von wenigen kleinen Häfen. Bemerkenswert - abseits jeder Ortschaft am Wasser - war ein Hotelneubau in Form eines Kreuzfahrtschiffes, gigantisch.

 

 

 

In Kolberg ist die große Mole spektakulär, man hat Tausende von Tetrapoden aufgehäuft. An Steuerborg erhebt sich ein Dünenwall, an Backbord flanieren Menschenmengen, Koggen nachempfundene Ausflugsschiffe liegen an der Pier, gleich dahinter mit Baumstämmen beladene Kümos. Der Yachthafen liegt am Ende des Hafens. Die Stege sind sehr großzügig ausgelegt, alles ist neu und sogar das Internet funktioniert. In Swinemünde war kein Empfang und in Dziwnow war nach 2 Tagen das Internet ausgefallen.

 

Unser erster Besuch galt der - wieder aufgebauten - Altstadt mit dem Dom. In einem netten Lokal haben wir fürstlich gegessen.

 

Am 12.7. haben wir uns den Trubel an der Promenade und beim Leuchtturm angesehen und sind durch einen schönen Park mit eigener Fahrradspur bis hinter den Ort gefahren. An einem relativ einsamen Strandstück konnten wir Sonne und Meer geniessen.

 

 

 

Heute haben wir ein Naturschutzgebiet am westlichen Teil der Stadt besucht. Ein gut ausgebauter Radweg führt durch das Gebiet. Immer wieder führen kleine

Seitenwege zum feinsandigen Strand.

 

 

 

Morgen wollen wir den Bug wieder gen Westen richten. Der Wind soll aus NE wehen, damit ist Bornholm als Ziel erst einmal aus dem Rennen. Dziwnow hat uns gut gefallen.

 

 

 

Stettiner Haff und "Kaiserfahrt" nach Swinemünde

 

 

 

Vom Hafen Zinnowitz ist die Anfahrt zum Strand etwas mühselig. Kopfsteinpflaster - passt wunderschön zur Allee zum Hafen - und teilweise schreckliche Plattenwege erfordern einiges Geschick mit dem Rad, aber es wird gebaut, so dass diese Strecke wohl demnächst "pofreundlicher" wird. Wir haben das tolle Wetter am Strand gut ausgehalten, die letzten Tage mehr im Wasser als am Strand - Affenhitze.

 

 

 

Am Sonntag sind wir daher schon früh los, um mittags die Zecheriner Brücke zu passieren. Die Wartezeit vor der Brücke haben wir für eine kurzzeitige Abkühlung genutzt, nach dem Passieren die Fock ausgerollt und sind ins Haff hinausgesegelt. Temperaturen von 35 Grad, da ist der Wind auch nicht mehr erfrischend. Entsprechend sah es am Strand vor Ückermünde aus: Menschenmassen im Wasser.

 

Einen Nachteil hat der Strand am Haff, man muss ewig weit laufen, bevor einem das Wasser wenigestens bis zum Bauch geht.

 

Das war der Höhepunkt der Hitzewelle. Wir haben die Abkühlung dankbar begrüßt, Wäsche gewaschen und Einkäufe erledigt.

 

 

 

Am 3.7. sind wir bei Regen ausgelaufen. Bei achterlichem Wind haben wir nur das Groß gesetzt und Ausschau nach Fischernetzen gehalten. Diese Netze sind bis zu 400 m lang und hängen sehr dicht unter der Wasseroberfläche. Mit Erreichen des Hauptfahrwassers war die Gefahr vorbei. Um 10.57 Uhr haben wir die Grenze zu Polen passiert und um 11.25 Uhr sind wir in die "Kaiserfahrt", den Kwiatkowski-Kanal eingelaufen - leider nicht bei "Kaiserwetter" - .

 

 

 

Der Hafen von Swinemünde ist schon gut besucht, zwei Stege sind blockiert für Regattasegler. Durch den Kurpark ist man im Nu an der Promenade, wo wir uns gleich mit leckerem Räucherfisch eingedeckt haben. An der Promenade ist immer viel Betrieb, alle Parkbänke sind besetzt, die Lokalitäten gut besucht. Es wird immer noch gebaut, das Radisson-Hotel ist fertig und gleich daneben steht ein "Hilton".

 

Ein breiter Radweg führt über die Grenze bis zu den alten Bädern Ahlbeck und Heringsdorf. Wir sind bis zur Ahlbecker Seebrücke geradelt.

 

 

 

 

Über den Greifswalder Bodden ins Achterwasser

 

 

 

In Gager haben wir es wieder lange ausgehalten. Die zweite Woche war etwas wechselhaft, mal Strandwetter, dann drohende Gewitter mit entsprechendem Wind.

 

Nach langem Studium des Busfahrplans ist es uns gelungen, ohne große Warterei mit dem Bus nach Baabe zum Großeinkauf zu fahren. Es gibt einen Bus, der direkt von Gager nach Göhren fährt, wo man umsteigen muss nach Baabe. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit dem Bus von Gager über den südlichsten Zipfel Klein Zicker nach Göhren zu kommen. Auf der Rückfahrt ist es ähnlich, wenn man Pech hat, fährt der Bus noch eine Extraschleife über Alt-Reddewitz. Also landschaftlich ist es allemal schön, diese Orte zu besuchen, aber doch nicht so schön, wenn man Taschen voller Frischware dabei hat und müde ist vom Einkaufsbummel.

 

 

 

Am Sonntag, dem 16.6. sind wir mit flottem Wind aus WNW über den Bodden gesegelt und haben über die enge Knaakrückenrinne den Peenestrom erreicht. Es ist ein sehr ruhiges Dahingleiten auf dem Strom, rechts und links Schilf, Menschen knietief im Wasser an den Badestellen, dann plötzlich ohrenbetäubende Musik aus einem Jugendcamp bei Peenemünde, es ist aus mit der Idylle. Wenig später bergen wir die Segel und machen in Karlshagen fest. Wir liegen an unserem "Stammplatz" vor der Fischbude. Die Springs müssen wir wieder am Laternenpfahl festmachen, alles wie gehabt. Schnell sind die Räder ausgepackt und wir können einmal über die Insel fahren zum Strand: Badewetter!

 

 

 

Am nächsten Tag kommt der Hafenmeister und bringt uns einen Poller auf der Pier an, weil sich jemand über unsere Spring am Laternenpfahl beschwert hat, was uns nur recht ist.

 

Der Strand in Karlshagen ist schön, aber bei Wind weht der äußerst feine Sand durch alle Ritzen, da hilft auch der Windschutz nichts. Wir bevorzugen daher den Strand in Trassenheide, der etwas grobkörniger ist und strampeln 3 km durch einen Küstenwald, in dem schon die ersten Blaubeeren reif sind.

 

In Trassenheide haben Krähen am Strand sich spezialisiert, sich aus den Taschen und Rucksäcken der Strandbesucher zu bedienen.. Kaum verläßt man sein Badetuch, um ins Wasser zu gehen, kommen sie angehüpft und zupfen an den Taschen. Uns hat es 1 1/2 Scheiben Brot gekostet, fortan haben wir alles Essbare in verschlossenen Dosen dabei.

 

 

 

Eine Radtour haben wir noch nach Peenemünde unternommen. Der Radweg ist schön, leider wird immer noch kilometerweit vor Munitionsresten im Wald gewarnt - und das seit 70 Jahren!! Die Pier am Hafen ist erneuert, aber das Museum in einer alten Fabrik und das zu besichtigende russische U-Boot, das vor sich hinrostet, sind wenig einladend. In einer urigen Kneipe haben wir uns ein Fischbrötchen schmecken lassen, bevor wir wieder an Bord gefahren sind.

 

Wie schon in Klintholm zu sehen war, liegt die Ostseefischerei ziemlich am Boden. Wir haben uns lange mit einem alten Fischer unterhalten, der uns erzählte, wie viele Kutter früher in Karlshagen beheimatet waren. Die Fischhalle ist umgebaut worden zu Ferienwohnungen, das Eishaus und andere Gebäude wurden abgerissen, örtliche Fischer gibt es noch zwei.

 

 

 

Am Sonnabend, dem 22.6. sind wir morgens schon um 7.00 Uhr ausgelaufen. Die Brücke in Wolgast hat nur wenige Öffnungszeiten. Um 7.50 haben wir sie passiert, um 9.20 sind wir vom Peenefahrwasser ins Achterwasser abgebogen und um 10.40 waren wir fest im Hafen von Zinnowitz. Plätze gibt es hier noch zum Aussuchen, aber das wird sich mit dem Beginn der Ferien bald ändern.

 

 

 

 

Mit gutem Wind ostwärts

 

 

 

Am 27. Mai weht es kräftig aus WSW. Mit einem Reff im Groß segeln wir bis zur Nordspitze von Langeland. Dann rollen wir die Fock aus. Zwischen Omö und Agersö erreichen wir das Smalandsfahrwasser. Der Wind weht beständig mit 4-5 Bf. Hinter der Storströmbrücke rollen wir die Fock wieder ein und sind wenig später im Hafen von Vordingborg. 50 sm in 7 Stunden, wir sind durchgefroren und zufrieden. Einen Tag bleiben wir in Vordingborg, gönnen uns eine Fischplatte, kaufen noch leckeren dänischen Käse und genießen im kleinen Botanischen Garten beim Gänseturm - dem Wahrzeichen von Vordingborg - gegen den kalten Wind geschützt die Sonne und die Blumenpracht.

 

 

 

Wir kommen erst mittags los und haben als Ziel den Hafen von Klintholm ausgesucht. Durch den Grönsund zu segeln finde ich immer schön, noch angenehmer, wenn der Wind etwas von achtern kommt. Gegen 17.00 Uhr sind wir in Klintholm. In dem früher sehr lebhaften Fischereihafen ist nicht mehr viel los. Dafür laufen erstaunlich viele Segelboote ein. In der Ferienanlage ist auch schon Betrieb. Auf den Terrassen wird gegrillt. Unser nächster Nachbar füttert nimmersatte Enten.

 

Eigentlich wollten wir mal wieder Mönsklint besuchen, aber mittags fängt

 

es an zu regnen, kein Fahrradwetter.

 

 

 

Eine angenehme Überfahrt haben wir nach Rügen. Es ist nicht mehr so kalt, obwohl wir Wassertemperaturen von 10 und 11 Grad messen. Bei Kap Arkona frischt der Wind auf, so daß wir Glowe an steuerbord liegen lassen und gleich bis Sassnitz durchsegeln. Unter den Kreidefelsen wird es sehr böig, obwohl wir in Lee der Küste segeln.

 

 

 

Am nächsten Morgen laufen wir bei Flaute aus und motoren bis Gager. Kaum sind wir fest, erscheint am Heck eine Fischerfahne, die wir eingefangen haben. Zum Glück hängt sie mit einem kräftigen Seil "nur" hinter dem Ruder und wir können das Seil kappen. Die Fahne haben wir den örtlichen Fischern gebracht. Leider werden wir nicht mehr erfahren, was wir noch alles mitgeschleppt haben. Gager ist einer unserer Lieblingshäfen. Hier bleiben wir bis Pfingsten. Es ist nicht viel los, die Einkaufsmöglichkeiten sind bescheiden, aber die Umgebung ist sehr schön. Die Zickerschen Berge und der nahe Strand haben es uns angetan. Das Wetter ist wie bestellt. Wir haben die ersten tollen Strandtage, auch das Wasser hat mittlerweile angenehme Temperaturen.

 

Heute (6.6.) erwischt uns doch noch ein heftiges Gewitter. Der Himmel verdunkelte sich beeindruckend, dann pfiffen kräftige Böen über den Hafen, Blitz und Donner kamen dazu und jetzt regnet es seit 4 Stunden.

 

Start in den Sommer (?) 2019

 

 

 

Am 10. Mai ist "Düvel ok" wieder ins Wasser gekommen. Nach 1 1/2 stündiger Wartezeit vor der Schleuse leuchtete endlich das ersehnte Signal auf und ein Pulk von ca. 50 Yachten verteilte sich in der Schleuse. Ziemlich durchgefroren erreichten wir Schilksee. Dank an Elke, die Jürgen und uns zur Werft Dick gebracht und in Schilksee wieder abgeholt und nach Hause gefahren hat.

 

 

 

Die nächsten Tage waren angefüllt mit Segel anschlagen, Groß-Reine-Machen an Deck, und das Schiff mit allem Befüllen, was man so braucht, wenn man auf lange Reisen geht. Die Abfahrt war für den 22.5. geplant. Ausgerechnet am 22.5. goss es in Strömen bis nachmittags - sehr zur Freude der Landwirtschaft - und so verbrachten wir noch eine Nacht im heimischen Schilksee an Bord, bevor wir am 23.5. bei strahlendem Wetter, angenehmen Temperaturen und moderatem Wind Richtung Fehmarn lossegelten. Wie sich herausstellte, war die Durchfahrt für beide Schießgebiete (Putlos und Todendorf) gesperrt, kurzentschlossen änderten wir daher den Kurs und sind nach Marstal gesegelt. Am nächsten Morgen das gleiche: tolles Wetter und Wind aus SW. Das Großsegel setzen wir schon im Hafen und fahren mit einigen Halsen vor dem Wind durch die Fahrwasser unter der Brücke bei Rudköping vorbei. Wir haben gerade die Einfahrt in den Svendborgsund passiert, als der Wind kräftig zulegt. Innerhalb weniger Minuten preschen wir mit 8 Knoten voran. Unsere Überlegungen, die Inseln Omö oder Agersö anzulaufen, geben wir auf und machen in Lundeborg fest. Eine gute Entscheidung. Gleich gegenüber gibt es frischen Räucherfisch, bei der freundlichen Hafenmeisterin kann man Brötchen bestellen und nach einer kleinen Radtour konnten wir die Sonne am Strand genießen.

 

 

 

Ankommen, einen Tag bleiben und dann Weitersegeln. Daraus ist nichts geworden, heute regnet es mit kleinen Unterbrechungen, es weht ein kalter Wind aus W. Wir bleiben und bekommen von der Hafenmeisterin einen Schlechtwetterbonus von 10 Dkr!