Drymat

Lissabon (Doca de Alcantara), 31.März 2013 (Ostern)

Während ich dies schreibe , plattert der Regen aufs Dach und der Wind heult im Rigg, wie fast jeden Tag seit wir wieder in Lissabon sind, ist aber deutlich wärmer als zu Hause und vor allem schneefrei.

 

Gestern haben wir von der Werft in Amora hierher verholt, es gab mal ein paar trockene Stunden mit Sonnenschein im Cockpit.

Wir haben alle anstehenden Arbeiten erledigt, Unterwasserschiff geschliffen und mit Antifouling gemalt, ebenso den Propeller, der immer stark bewächst. 2 Tage hingen wir im Travellift um die Kielsohle zu bearbeiten mit 3 mal Epoxiprimer und 3 mal Antifouling. Zwischen den Schauern gab es immer mal trockene Stunden, die Intervall zeiten konnten wir natürlich nicht einhalten.

Die elektrische Bilgepumpe wurde repariert (ein festgerostetes Kugellager erneuert), einige elektronischen Neuerungen eingebaut, ein Batteriemonitor um die jetzt 13 Jahre alte Gelbatterie zu kontrollieren, ein Stoppschalter für den Windgenerator, ein einfacher kräftiger Kippschalter der die beiden Ausgangspole kurzschließt (der Generator dreht dann langsam ohne Kraft mit). Der letztes Jahr in Gibraltar gekaufte Windex mußte repariert werden.

Dazu natürlich Segel anschlagen, Windsteuer anbauen, Außenborder mit Öl befüllen etc.

An Arbeit herrschte kein Mangel.

Jetzt warten wir auf etwas besseres Wetter für die Reise nach Süden.

Geschrieben von Peter am 31.3.2013

Am 4.4. haben wir von Alcantara nach Oeiras in der Mündung des Tejo verholt.Der Tejo führte wegen des vielen Regens reichlich Wasser (5 kn Strom mit) und div. treibende Baumstämme und Büsche. Am Sonnabend, dem 6.3. ging es bei strahlendem Sonnenschein und Wind aus N- NNW ins 50 sm entfernte Sines. In Sines war noch alles im Winterschlaf, die Stege voller Möwen und deren Hinterlassenschaften, wofür sich der Marinero auch noch entschuldigte. Aufgrund der Wettervorhersage haben wir uns dann am Sonntag gleich wieder auf die Reise begeben und abends um 19.20 Cap Sao Vicente gerundet – ein „Meilenstein“ auf dem Weg in die Algarve. NW 3-4, unter großer Genua liefen wir gut 7 kn, da wollten wir doch den Wind nutzen, die letzten 20 sm bis Lagos zu segeln. War keine gute Idee, denn kurz vor Lagos, wir hatten gerade die Genua geborgen, hingen wir fest in den soliden, fast armdicken Kunststoffleinen einer festen Stellnetzanlage . Im letzen Herbst gab es die noch nicht. Vor der Küstenbeleuchtung von Portimao hatten wir die äußeren Tonnen der Anlage nicht ausmachen können. Was tun bei dem Wind??? Mit Bootshaken und Brotmesser konnten wir uns von einer Leine befreien, aber leider hielten uns noch mehr Leinen wie Krakenarme fest. Mit dem Wurfdraggen und einer Leine über die Winsch ging es dann etwas leichter, nach ca. 1 Stunde trieben wir frei, trauten uns aber nicht, die Maschine zu benutzen und gingen unter kleiner Fock vorsichtig auf Gegenkurs, um uns einen freien Kurs zu suchen. Um 0.40 waren wir fest in Lagos. Die Schraube hatte zum Glück nichts abbekommen. Nach einer Runde Scrabble und einem wohlverdienten Absacker fielen wir in die Koje.

Beim Einklarieren haben wir den von uns angerichteten Schaden gemeldet bei der Policia Maritima, die sich ausdrücklich für unsere Fairness bedankte, das sei nicht selbstverständlich.

Mittlerweile haben wir uns von dem Schock erholt (bis jetzt hat noch niemand Ansprüche erhoben) und können Lagos genießen. Im Hafen liegen einige deutsche Yachten mit dem TO-Stander, u.a. ein Boot aus Schilksee!

Heute haben wir uns für 3 Tage einen Leihwagen geholt uns sind nach Olhao und Faro gefahren. Beide Orte sind mit dem Boot nicht gut anzulaufen mangels geeignetem Hafen und begrenzten Ankermöglichkeiten. Olhao ist sehr ursprünglich geblieben, ein lebhafter Fischereihafen. Faro mit der Altstadt und seinen vielen Storchennestern ein Publikumsmagnet. Leider war das Wetter bedeckt und es tröpfelte immer wieder – entgegen der Vorhersage – so daß das genießerische Rumbummeln fehlte. Auf der Rückfahrt waren wir noch in Carvoeiras, einem malerischen Küstenort, dem die massive Bebauung etwas den ursprünglichen Charme genommen hat.

Geschrieben von Heidi am 10.4.2013

Lagos - Ilha Culatra – Ayamonte – Mazagon

Am Montag, dem 15.4. haben wir Lagos verlassen und sind in die Ria Formosa gesegelt. Leider war der Wind eher mäßig, so dass wir die Hälfte der Strecke motoren mußten, um noch auflaufendes Wasser in der Einfahrt mit zu bekommen. Das hat gerade noch geklappt, obwohl wir ein großes Thunfischnetz weitläufig umfahren mußten. Vor der Ilha Culatra fällt abends um 18.15 der Anker. Bei Hochwasser herrscht reger Bootsverkehr nach Olhao, da man quer über die Sände fahren kann, aber spätestens wenn es dunkel wird, ist Ruhe auf der Reede.

Mit dem Schlauchboot sind wir morgens gleich an Land gefahren. Der Außenborder ist wirklich ein Wunderwerk der Technik! Nach einem halben Jahr in der Backskiste springt er sofort wieder an.

Im kleinen Hafen herrscht reger Betrieb. Die Fischer sortieren ihre Netze. Der Ort hat nur ca. 200 Einwohner. Zwischen den Häusern gibt es nur Plattenwege, ansonsten tiefen Sand. Lieblingsfortbewegungsmittel der Kinder ist das Rad, jedenfalls sehen wir viele Fahrräder vor der kleinen Schule stehen.

Traumhaft schön ist der Strand von Culatra. Schneeweißer Sand und Muscheln in Hülle und Fülle. Im Flutsaum sammeln wir kleine Muscheln für eine leckere Vorspeise. Das haben wir uns von Einheimischen abgeguckt und kehren mit reicher „Beute“ zurück an Bord.

Nachmittags bummeln wir noch einmal durch das Dorf, besuchen eine Bucht mit vielen aufliegenden Seglern (einige leben wohl schon seit Jahren da) und genießen am Hafen unseren Kaffee mit dem Blick über den Fischereihafen zum Boot.

Am 17.4. machen wir uns auf die Fahrt nach Ayamonte am Rio Guadiana. Die Barre vor der Einfahrt sollte man bei halber Tide passieren und so müssen wir mal wieder die Maschine bemühen, da der Wind uns im Stich lässt. Eine Taube hat sich auf See auf dem Vorschiff niedergelassen und verlässt uns erst, als wir flussaufwärts einen Pinienwald passieren.

Von Ayamonte fahren wir am nächsten Tag mit der Fähre nach Vila Real auf der portugiesischen Seite. In der Markthalle decken wir uns mit luftgetrocknetem Thunfisch ein und erstehen neue Handtücher, die hier besonders günstig sind.

Heute sind wir mit Rauschefahrt von 8-9 Knoten losgedüst und hatten gehofft, gleich bis Chipiona durchzusegeln, aber nachmittags war es dann wieder vorbei mit dem Wind, so dass wir es nur bis Mazagon geschafft haben. Bei Dunkelheit ist es nicht ratsam, hier vor der Küste zu segeln. Es wimmelt von Netzen und artet bisweilen in Slalomfahrt aus. Na ja, schlechte Erfahrungen haben wir inzwischen ja auch gemacht.

Geschrieben von Heidi am 19.4.

 

 

 

Wasserschnecke auf Culatra

Storch auf Culatra

Fischer

Mazagon – Chipiona – Barbate

Die 32 sm von Mazagon nach Chipiona waren geprägt von sehr wechselhaftem Wind aus SSW, mal ging es in flotter Fahrt mit 3 Windstärken, dann wieder mit Hilfe der Maschine bei 1-2.

Chipiona mit meilenweitem Strand, der lebhaften Fußgängerzone und der Markthalle begeistert uns immer wieder. Am Sonnabend und Sonntag war der Strand voll und abends sämtliche Kneipen und Gaststätten gut besucht. Eigentlich wollten wir einen Tag nach Sevilla fahren, uns schreckte aber die 2-stündige Bustour. So entschieden wir uns für Jerez de la Frontera und besuchten dort eine Show der königlichen Reitschule. Wunderschöne Pferde und stolze Reiterinnen und Reiter waren zu bewundern. Leider kann man die Tiere nicht aus der Nähe bei den Ställen oder einem Abreitplatz o.ä. sehen, dafür ist der Andrang an Menschen einfach zu groß. Ca. 20 Reisebusse standen vor dem Gelände.

Ansonsten hat Jerez de la Frontera nicht so sehr viel zu bieten. Während der Siesta ist es gähnend leer auf den Straßen und Plätzen. Die Touristen werden mit ihren Reisebussen zu den vielen Bodegas gefahren, nur wenige verirren sich in den Alkazar aus dem 12. Jh., der mit einer Moschee und einer alten Ölmühle doch sehenswert ist oder in den Dom.

Gestern sind wir mit einem herrlichen Wind aus NNE die 52 sm nach Barbate gesegelt. Etwas mulmig war uns im Schießgebiet östlich von Cadiz. Es rumste gewaltig und zweimal waren in nicht allzu weiter Entfernung Fontänen zu sehen. Also Augen zu und durch. Bei bester Sicht war schon früh der Leuchtturm von Cap Trafalgar auszumachen und die marokkanische Küste. Am Cap verließ uns der Wind, die letzten 5 sm ging es unter Motor bis Barbate.

Als wir heute vom Einkaufen wiederkamen, wurde gerade Thunfisch angelandet. Vor dem Hafen ist eine riesige Netzanlage. Die kleineren Thunfische wurden in Eimern, Plastiktüten oder einfach an der Schwanzflosse weggetragen, die großen ca. 1 ½ - 2 m großen Tiere mit einem Kran ins Kühlhaus verladen. Leider hatten wir keine Kamera dabei, um diese Aktion festzuhalten.

Vorhin lief Rutger mit der „Zeezot“ ein. Wir haben ihn vor drei Jahren zum ersten Mal in Galizien getroffen. Vielleicht kommt er nachher noch auf einen Absacker zu uns. Morgen wollen wir weiter nach Gibraltar.

Geschrieben von Heidi am 26.4.

Barbate – La Linea / Gibraltar

Gestern sind wir in Rekordfahrt von Barbate nach La Linea gesegelt. Mit einem Reff im Groß und Fock schoben wir langsam aus dem Schutz der großen Mole von Barbate. Bis Tarifa hatten wir eine ziemlich wilde See. Kurze Wellen, die sich vor Tarifa immer öfter brachen. Zum Glück kam die See achterlich, so dass wir „trocken“ segelten. Hinter Tarifa wurde die See für kurze Zeit ganz ruhig, es reichte gerade für einen Becher Kaffee, aber dann legte der Wind auch schon wieder heftig zu, außerdem mußten wir höher an den Wind, um in die Bucht von Gibraltar zu segeln.

Von Mole zu Mole haben wir die Strecke von 37 sm mit einem Durchschnitt von 8,2 Knoten zurückgelegt. Wind aus SSW 4-6 und einen Strom von bis zu 3 Knoten dazu.

Wir liegen in La Linea mit Blick auf den Felsen von Gibraltar, der abends sehr schön angestrahlt wird. Heute sind wir nach einer kräftigen Portion Fish & Chips zu Fuß auf den Felsen marschiert, die Seilbahn hatte wegen Starkwind den Betrieb eingestellt. Von der Mainstreet führen die Castle Steps schon ein ganzes Stück auf den Berg. Die Straße führt dann steil bergan und quer über den Berg. Das eröffnet wunderschöne Ausblicke auf die Bucht und die Küste von Marokko und da man ganz schön aus der Puste kommt, kann man den Ausblick beim Verschnaufen ausgiebig genießen. Die ersten Affen bekamen wir bei den Tropfsteinhöhlen zu sehen, wo sie zu gern auf den Taxis herumturnen und später noch an einer Futterstelle.

Der Abstieg war fast noch anstrengender als der Aufstieg, zumal uns einige Schauer erwischten. Vor dem dicksten Schauer kamen wir gerade noch an Bord.

Geschrieben von Heidi am 28.4.

La Linea – Estepona – Marbella

Am 30.4. sind wir aus La Linea ausgelaufen. Allein das Ausklarieren und Bezahlen dauerte eine gute halbe Stunde – sprich noch einer von der deutschen Bürokratie und Gründlichkeit! Sofern es möglich ist, sollte man noch abends ausklarieren und für die Nacht vor Anker gehen. Vor Gibraltar haben wir die Flotte der vor Anker liegenden Tanker und Bulkcarrier passiert und bei Europapoint tummelten sich unglaubliche Möwenschwärme auf dem Wasser. Dort gab es sicherlich „Fisch satt“.

In Estepona hatten wir wieder einen freundlichen Empfang. Der Marinero fuhr uns mit seinem Golfwägelchen zum Hafenbüro – das war schon immer mein Traum. Da wir schon einmal dort waren, klappte die Einklarierung in kürzester Zeit (geht doch) und wenig später matschte uns die Schmodderleine vom Grund das Deck voll und wir waren am Liegeplatz fest.

Zum letzten Jahr hat sich hier einiges positiv entwickelt. Am Leuchtturm ist eine gepflasterte Anlage entstanden, die dieses alte Bauwerk schön zur Geltung bringt und in der Altstadt sind ganz viele Gassen neu gepflastert. Überall sind Blumenampeln an den Häusern angebracht. Die Promenade ist abgegrenzt von der Straße mit einer üppigen Bepflanzung und meterhohen Kakteen (da tränen einem die Augen, wenn man an den Teerstreifen auf der Promenade in Schilksee denkt).

Von Estepona nach Marbella sind es nur wenige Meilen. Bei wenig Wind von vorn haben wir die ersten Meilen gekreuzt, dann aber doch die Maschine zu Hilfe genommen. Wir liegen in Bajadilla, dem Fischereihafen am Ende der langen Promenade. In Marbella wird abends flaniert auf der Promenade und vor allem in der Altstadt. Es ist eine Modenschau der Reichen und nicht immer Schönen, aber allemal sehenswert.

Heute sind wir mit dem Bus zum Cabo Pino gefahren. Leider ist der kleine Hafen nur für flach gehende Boote geeignet. Er liegt landschaftlich wunderschön in einer Dünenlandschaft und die Hotelanlage um den Hafen passt sich ein in die Landschaft.

Morgen wollen wir weiter nach Caleta de Velez.

Geschrieben von Heidi am 4.5.

 

Marbella - Caleta de Velez

Wir liegen schon eine Woche in Caleta de Velez. Schwachwindzeiten kann man hier gut abwarten. Viel Zeit haben wir unterm Sonnenschirm am Strand verbracht und geschwommen. Am Sonnabend war Straßenmarkt mit Gemüse- und Obstständen, Klamotten aller Art. Es ist unglaublich, was dort an Gemüse verkauft und im „Hackenporsche“ abtransportiert wird. Erdbeeren kosten 4 kg nur 5,-- € und die Radieschen sind so groß, dass man sie wie einen Apfel essen kann – dabei knackig und mit der richtigen Schärfe.

Auf dem Weg zum Strand passieren wir die Felder von Kleinbauern. Den Kürbisspflanzen kann man hier beim Wachsen zusehen. Die Artischocken werden geerntet und die Felder anschließend von einer Ziegenherde abgeweidet. Kommt man am nächsten Tag vorbei, stehen nur noch Strünke auf dem Acker.

Heute waren wir mit dem Rad in Torrox, das liegt ca. 10 km von hier. An den Berghängen und vor dem Ort sind schon die ersten Gewächshäuser aus Planen zu sehen. Wenn die Sonne drauf scheint, muss das Arbeiten darunter schrecklich sein.

Morgen wollen wir weiter ostwärts segeln. Ab Mittwoch ist heftiger Westwind angekündigt. Typisch: Erst herrscht Flaute, dann fängt es an zu kacheln!

Eben konnten wir mit den neu angekommenen Nachbarn Bücher tauschen. Irgendwie kann ich mich mit dem E-Book noch nicht so recht anfreunden.

Geschrieben von Heidi am 12.5.

 

 

Frauen sammeln ja schöne Handtaschen und Schuhe, aber es gibt auch Männer, die für jede Gelegenheit eine richtige Tasche brauchen. Dazu zählt Peter. Es gibt inzwischen:

Eine Einklarierungstasche, in der sinnvollerweise die Papiere immer parat sind.

Eine Gürteltasche, in die auch der Fotoapparat passt, weil das beim Radfahren praktischer ist. Eine Fototasche zum Umhängen gehört auf jeden Fall dazu

Eine kleine Tasche mit 2 Fächern für den Strand, um Kleingeld und diverses unterzubringen.

Einen Rucksack mit vielen Fächern, damit man immer was zu suchen hat

(alles günstig erstanden beim wohlsortierten Chinesen, von denen es hier überall viele gibt).

Aber meine Handtasche muss meist herhalten, wenn wir abends mal weggehen, es fehlt noch die richtige Tasche für die Brille.

 

 

Caleta de Velez – Motril – Aguadulce

Vorgestern sind wir aus Caleta ausgelaufen. Der Wind war wieder schwach, so dass wir zeitweilig die Maschine bemühen mussten und erst mit der Nachmittagsbrise kam Freude am Segeln auf. Zweimal haben wir eine Badepause eingelegt (19 °) und unterwegs ein Fotoshooting mit Rutger und seiner „Zeezot“ – ist doch immer schön, wenn man mal Bilder vom eigenen Boot unter Segeln bekommt.

Motril ist ein Industrie- und Fährhafen, der Real Club Nautico ein gut ausgestatteter Verein mit einem sehr schönen Clubhaus und eleganter und großzügiger Duscheinrichtung. Die Umgebung am Hafen ist nicht sehr reizvoll, so dass wir gleich an Bord geblieben sind und dank WIFI ausgiebig im Netz surfen konnten.

Für Mittwoch ist heftiger Westwind angekündigt, also laufen wir schon früh aus, um in der Bucht von Almeria im Hafen von Aguadulce für die nächsten Tage Schutz zu suchen. Eigentlich hatten wir auf die Nachmittagsbrise gehofft, aber Fehlanzeige, die ganzen 53 sm brummt die Maschine. Kurz vor dem Hafen beglückte uns noch eine Delphinschule, ein immer wieder erfreulicher Anblick.

Der Hafen Aguadulce liegt spektakulär am Fuße einer riesigen Felswand. Hotels und Appartementhäuser kleben förmlich am Hang. Einen Ortskern o.ä. gibt es eigentlich nicht. An der Hauptstraße sind kleine Geschäfte und Grünanlagen, sonst nur Hotels, Appartementhäuser und Restaurants. Da wegen der Wärme meist die Rollläden heruntergelassen sind, wirkt alles sehr verwaist.

Heute setzte vormittags der Wind ein mit heftigen Boen. Jetzt ist es 20.30 Uhr und langsam wird es ruhiger. Wir liegen zwar quer im Wind, aber in Lee einer großen Motoryacht, so dass es sich im Cockpit aushalten lässt. Am Heck liegen wir vor zwei starken „Schmodderleinen“. Die sind zwar unangenehm zu bedienen, beruhigen aber ungemein.

Bis Sonnabend soll es noch heftig wehen.

Geschrieben von Heidi am 15.5.

 

Aguadulce – Porto Genovesas – Garrucha

Von Mittwoch bis Sonnabend hat es heftig gestürmt, wir haben nicht einmal die Fahrräder ausgepackt, weil das Fahren gegen den Wind keine Freude gewesen wäre. Dafür waren wir mit dem Bus zweimal in Almeria zum Stadtbummel. Einmalig die Markthalle über zwei Etagen. In der unteren gibt es Fisch, Fisch, Fisch und oben Obst, Gemüse, Fleisch und ganz außergewöhnliche Delikatessen in getrockneter, eingelegter und sonstwie veredelter Form – einfach eine Augenweide und bei der Aufmachung der Stände läuft einem das Wasser im Munde zusammen.

Auf dem Kulturprogramm stand die Besichtigung der über 1000 Jahre alten Burg Alcazaba, die rund 100 m über der Stadt liegt. Sie war nicht nur Festung, sondern auch Wohnstatt der Herrscher von Almeria. Bis zu 20.000 Menschen fanden dort Schutz. Von der Burgmauer hat man eine fantastische Aussicht auf die Bucht, die Stadt und die kargen Berge der Umgebung.

Gestern sind wir bei Westwind 4-5 um das Capo de Gata in die Bucht Porto Genovese gesegelt und haben dort geankert. Kaum waren wir vor Anker, fing es wieder an zu wehen mit bis zu sechs Windstärken und dieser Wind hielt bis nachts an. Dazu wurde es empfindlich kühl und morgens hatte das Wasser nur noch 13 Grad! Eigentlich wären wir gern dort geblieben, aber das Wetter ist uns zu unbeständig – die Bucht offen für Wind aus S-NE . Nun liegen wir in Garrucha. Mit freundlichem Drängen hat uns der Marinero doch noch einen Platz zugewiesen. Nebenan sind neue Stege, an denen aber niemand liegen möchte, da sie jeglichem Schwell ausgesetzt sind.

Für morgen ist Regen angekündigt und Wind aus NE.

Geschrieben von Heidi am 20.5.

P.S. Ich habe mir in Almeria eine schöne Handtasche gekauft!

Garrucha – Mazarron – Cartagena

In Garrucha verbringen wir einen Regentag. Kein Wetter für das schöne weiße Dorf Mojacar. Der Versuch einer kleinen Radtour bei vermeintlich aufklarendem Himmel endet patschnass an Bord und wir nutzen den Heizlüfter zum Aufwärmen und Trocknen. Immerhin haben wir einen neuen „Spiegel“ bekommen.

Am 22.5. segeln wir bei wechselnden Winden zwischen 2-4 Bf aus S und SSW und einem lästigen Flautenloch ins 37 sm entfernte Mazarron. Die Dünung aus E ist nicht so angenehm. Die neue Marina ist sehr schön angelegt und wir können längsseits liegen, was das Ausladen der Fahrräder doch erheblich vereinfacht. Eine Radtour entlang der Küste ist sehr abwechslungsreich. Buchten mit vorgelagerten Inseln, weite Strände, ausgewaschene Felsformationen und eine Schotterpiste direkt an der steil abfallenden Küste führt zu einsamen Badebuchten. Das Wasser ist nach einem Kälteeinbruch durch den stürmischen Westwind wieder ca. 19 Grad warm und nach dem Radfahren sehr erholsam.

Mit einem Reff im Groß und Fock kreuzen wir bei SSE 4-5 bis Cartagena. Schon von weitem ist die Raffinerie zu sehen, die Molen und die Stadt liegen zwischen hohen den Bergen, auf denen Befestigungsanlagen zu sehen sind. Cartagena ist schon seit Jahrhunderten Marinestadt. Die Stadtmauer ist noch gut erhalten und vom Castell aus sind die Mauern einer alten Arena zu sehen und man hat Einblick in ein römisches Theater.

Wir liegen zwischen zwei 60 Fuß Schiffen und sehen dazwischen recht zierlich aus. Hinter uns liegt die Yacht „Magnum“ aus dem schönen Bloody Bay – wo immer das sein mag. Das Schiff ist edel grau, Mast und Baum schwarz und selbst die Radarantenne und alle anderen Teile sind schwarz lackiert. Im nächsten Hafenbecken liegt ein ehemaliger Schlepper, der zur Luxusyacht umgebaut worden ist.

Wir bleiben hier bis Dienstag. Montag kommt ein Schweißer (Viktor), um einen kleinen Schaden zu beheben. In Garrucha lagen wir zwischen zwei Motorbooten und im Schwell hat uns eines den Fuß der Seereling beschädigt, was uns erst hier aufgefallen ist. Zufällig wird an einem der Boote geschweißt, so ist uns die lange Suche nach einem Schweißer erspart geblieben.

Rutger liegt mit seiner „Zeezot“ auch hier. Seit Barbate treffen wir uns immer wieder. Er wird am 3. Juni wieder nach Holland fliegen. Das Boot soll dann in Torrevieja bleiben,

Geschrieben von Heidi am 26.5.

 

Cartagena – Guardamar - Marina de las Dunas

Die Reise von Cartagena begann unter Motor durch eine unangenehme Dünung, dann aber setzte langsam Wind aus SW ein. Mittags passierten wir Cabo de Palos. Von weitem schön anzusehen mit einem markanten Leuchtturm. Dahinter liegt hinter flachem Land das Mar Menor mit dem einzigen Zugang bei Tomas de Mestre. Die gesamte Küste ist zugebaut mit einer Skyline hoher Häuser. Inzwischen hatte der Wind aufgefrischt auf 5 Bft. und so sind wir gleich weitergefahren bis Guardamar mit dem Flusshafen Marina de las Dunas. Rechts und links des Flusses gibt es allerfeinsten Sandstrand – der einen bei stärkerem Wind auch heftig paniert. Leider setzen uns hier abends die Mücken stark zu. Gegen Abend, wenn der Wind nachläßt, muss man entweder das Boot verrammeln oder kann sich Autan-gebadet draußen aufhalten.

Auf dem Nachbarboot herrscht reger Flugverkehr. Im Großbaum nisten Spatzen.

In nächster Nachbarschaft zum Hafen sieht man die üblichen Hochhäuser, aber es führt hinter den Dünen eine Straße zum Ort. Ohne die Palmen könnte man meinen, auf dem Darss oder im Norden von Rügen zu sein.

Heute hatten wir Überraschungsbesuch an Bord. Erik kam mit seinen Freunden Frank und Paul, die spontan für ein paar Tage aus dem regenreichen Norden geflüchtet sind. Nach einem ausgiebigen Festmahl in einem netten Lokal an der Promenade sind die drei wieder abgefahren. Ihr Quartier ist ca. 150 km von hier entfernt und morgen fliegen sie wieder nach Hause.

Geschrieben von Heidi am 30.5.

 

 

Las Dunas – Villajoyosa - Ankerplatz Moraira – Valencia

Von Las Dunas nach Villajoyosa sind es 32 sm. Kurz nach dem Auslaufen haben wir den ersten Mondfisch gesehen. Durchs Fernglas haben wir einen Blick auf die Isla de Tabarca geworfen. Leider sind die Ankerplätze nur für ruhiges Wetter geeignet, wir haben die Nachmittagsbrise genutzt und sind bis Villajoyosa gesegelt. Im Yachtclub haben wir sehr schön gelegen, die Duschanlage war richtig edel. Die Häuser der Altstadt sind bunt gestrichen: lila neben grün, rot oder blau. Ein fröhliches Bild.

Gleich „um die Ecke“ liegt Benidorm, ein Schock! Die gesamte Bucht ist mit Hochhäusern gepflastert. Was einem da wohl im Reiseprospekt versprochen wird???

Um 14.10 passieren wir den 0-Meridian Richtung Osten, den Hafen Greenwich(wg. des Längengrades) lassen wir an Backbord liegen. Wenig später kommt auch schon der Monte Ifach bei Calpe in Sicht und um 16.40 ankern wir in der Bucht El Rinconet auf 8 m glasklarem Wasser. Am Boot sind viele Fische, leider lassen sie sich nicht fangen.

Anfangs liegen wir schön stabil im Wind, aber nachts schläft der Wind ein und wir liegen mal wieder quer in der leichten Dünung. Dafür stehen wir dann gern etwas früher auf und runden Capo de la Nao und Capo de San Antonio. In der 1. Reihe auf der hohen und steilen Küste sind Villen gebaut, wer auf der Terrasse sitzt sollte schwindelfrei sein. Der Ausblick muss gigantisch sein.

Hinter Capo de San Antonio liegt der Fischerei-, Fähr- und Yachthafen Denia, den wir anlaufen wollen, wir haben schon das Vorsegel eingerollt, da legt der Wind nahezu schlagartig zu und wir drehen kurz vor der Mole ab, setzen die Fock, legen noch ein Reff ins Groß und düsen gleich bis Valencia durch und machen fest in der Marina Real Juan Carlos I. Hier ist dank America‘s Cup so richtig geklotzt worden, was die Großzügigkeit der Anlagen angeht. Megayachten bis zu 150 m Länge können hier anlegen. Schon bei der Anmeldung bekommt man einen Stadtplan und Infomaterial ausgehändigt und auf dem Anmeldebogen ist gleich der Internetzugang vermerkt. Der Knüller kommt für uns zum Schluss: Hafengeld 16,-- € plus MWSt einschließlich Strom, Dusche und Wasser.

Die Stadt ist riesig, aber eine Parkanlage führt quer durch die gesamte Stadt – ein ehemaliges Flussbett – so kommt man ohne den sonst herrschenden regen Straßenverkehr ruhig und angenehm mit dem Rad bis in die Altstadt mit ihren Wachtürmen, Kirchtürmen und schönen Plätzen und einer Markthalle zum Staunen. Angesichts der futuristischen Bauten der „Ciudad de las Artes y las Ciencias“, die über den sie umgebenden Wasserbecken zu schweben scheinen, kann man nur staunen.

Valencia –Oropesa de Mar – Bahia de Alfacs – Sant Carlos de la Rapita – Cambrils

Mit einem kurzen Zwischenstopp in Oropesa, einem kleinen Hafen etwas abseits vom Ort, aber mit kleiner Badebucht, segeln wir in die Bahia de Alfacs. Mittags türmen sich gewaltige Wolken auf, die langsam eine blaugraue Farbe annehmen und Donnergrollen ist zu hören. Sicherheitshalber drehen wir ab, legen ein Reff ins Groß und harren der Dinge – nach einer guten Stunde zieht das Gewitter ab und wir können wieder auf Kurs gehen. Unter Motor laufen wir in die Lagune ein, vor uns fliegen Flamingos rüber. Diese Lagune hat riesige Ausmaße, ist ca. 5 sm lang und 2 sm breit. Sie gehört zum Ebrodelta . Eine schmale Verbindung trennt sie von der See. Wir ankern auf 5 m Wasser und es ist herrlich ruhig. Die zweite Nacht ankern wir vor Sant Carlos de Rapita, da für die Nacht heftiger Wind mit starken Boen angekündigt ist. Einen Tag verbringen wir in der neuen Marina mit allem Komfort einschließlich Swimmingpool. Die Marina wird von Engländern betrieben und es liegen viele britische Boote dort. Da geht man doch abends im Dinerjacket und Abendkleid in den Club!

Mit den Rädern fahren wir kilometerlang durch Reisfelder und bestaunen dieses ausgeklügelte Bewässerungssystem aus Gräben und Kanälen. Zwischen den Feldern sind immer wieder kleine Gehöfte mit Gemüsegärten. Der Rückweg hat es in sich: Die zuletzt ausgewiesenen 7,8 km gegen den Wind kommen uns vor wie mindestens 25!

Am 11.6. umrunden wir das Ebrodelta, der Wind weht aus SE, mal mit 2, mal mit 3 Windstärken. Gegen 18.00 erreichen wir den Hafen Hospitalet de L’infant und um 18.10 laufen wir wieder aus. 67,50 € sollen wir für eine Nacht zahlen! Als Besonderheit bietet der Hafen Heckpfähle.

Nur 6 sm weiter liegt Cambrils. Hier liegen wir nun und bezahlen für 2 Nächte 51,-- €. Cambrils ist ein ehemaliger Fischereihafen, die Kutter nehmen aber nur noch einen kleinen Teil ein. Der Ort gefällt uns, Bettenburgen gibt es nicht. Vorhin haben wir noch das Deck gewaschen und die Badehandtücher vom Salz befreit – leider haben wir nun feuchte Betten, die Handtücher haben noch getropft – und das durch das geöffnete Vorluk.

Von hier bis Barcelona gib es alle paar Meilen eine große Marina, die Hafengelder sind steigerungsfähig. Bei Tarragona gibt es einen Hafen für Superyachten, da braucht man mit einem Boot unter 24 m Länge gar nicht erst anzufragen.

Wir werden noch bis Barcelona segeln, um diese schöne Stadt anzusehen und uns dann wieder in Gefilde begeben, die für uns als langzeitsegelnde Rentner erschwinglich sind.

Geschrieben von Heidi am 12.6.

Cambrils – Barcelona – Cambrils – Ankerplatz vor San Carlos de Rapida

Ausgelaufen aus Cambrils sind wir bei Flaute, aber gegen Mittag setzte für 4 Stunden ein herrrlicher SE 3-4 ein. Mit der großen Genua und ohne lästigen Seegang einfach Segeln pur. Leider ging dem Wind schon gegen 16.30 die Puste aus – da legt sonst oft die Nachmittagsbrise erst los – und uns blieben noch stattliche 20 sm unter Motor. Allein die Fahrt am Hafen entlang dauerte eine Stunde. Am Flughafen herrschte reger Start- und Landebetrieb. Da es dunkel wurde, konnte man die Flieger gut ausmachen, ich habe einmal 5 Maschinen im Anflug ausmachen können.

Gegen 22.30 waren wir fest im Port Olimpic (Olympiade 1992) von Barcelona. Wie in Schilksee guckt man auf viel Beton und 2 markante Hochhäuser, wummernde Musik kommt vom Strand nebenan. Vom Hafen sind wir nicht begeistert und für 54,-- € die Nacht + Strom hatten wir mehr erwartet. Strom haben wir dann gar nicht genommen, da man einen Adapter (Deposit 90,-- €) brauchte und sich den auch noch passend zusammenbasteln sollte (Ing-Studium vorausgesetzt). Die zwei Duschen waren von unserem Liegeplatz ca. 1 km entfernt, also haben wir die Borddusche bevorzugt, schließlich wollten wir ja auch noch was von der Stadt sehen.

Die berühmte Rambla sind wir hinaufgebummelt und bekamen den nächsten Schock. Für 2 Kaffee und 2 lauwarme Selter im Pappbecher waren 13,-- € fällig. Dafür war die Besichtigung des Palau Güell, entworfen von Antoni Gaudi, dessen Architektur einmalig ist, besonders beeindruckend. Der Dom, die Markthallen und ewig lange schmale Gassen mit Galerien und Museen haben wir abgewandert, bevor wir am Port Vell und dem Strand entlang an Bord gelaufen sind. Eine beeindruckende Stadt, die uns schier „erschlagen“ hat.

Zu unserer großen Freude lagen Ami und Michael mit „Loop over de Looft“ dort und wir haben einen netten Abend zusammen verbracht. Sie konnten uns aber nicht überreden, länger in Barcelona zu bleiben.

Gestern sind wir - zur Strafe für die verpassten Sehenswürdigkeiten in Barcelona - ohne segelbaren Wind mit einigen Badepausen wieder nach Cambrils gefahren. Obwohl in Cambrils auch viele Urlauber sind, jedenfalls war der Strand in ein Meer von Sonnensschirmen getaucht, ist es ruhig und nachts mäuschenstill.

Versorgt mit dem neuesten „Spiegel“ und leckeren Kirschen, sind wir am Montag ausgelaufen und haben mit einem flotten Wind das Ebrodelta umrundet bis zu unserem Ankerplatz. Je dichter wir dem Delta kamen, um so diesiger wurde es. Nachts entlud sich ein heftiges Gewitter und der Regen brachte so viel Dreck an Deck, dass wir erst einmal waschen mussten. Es ist noch immer trüb draußen, dabei 24 ° warm.

Geschrieben von Heidi am 18.6.

 

 

San Carles de Rapita – Benicarlo

Am 19.6. sind wir mit Nordwind, Stärke 4, aus unserer Ankerbucht abgerauscht, aber schon eine Stunde später trieben wir in der Flaute. Mittags setzte dann Wind aus ESE 2-3 ein, so dass wir doch 12 von den 17 sm nach Benicarlo segeln konnten.

Der Empfang hier war sehr freundlich, die Dame in der Capitaneria konnte sogar deutsch – besser als ich spanisch, zugegeben – und versorgte uns mit Infomaterial aller Art. Nach 2 Tagen am Anker waren wir bewegungssüchtig und haben uns sofort auf die Räder geschwungen, um immer am Wasser entlang nach Peniscola zu radeln. Das Ziel, die Altstadt auf einem 64 m hohen Berg, immer vor Augen. Über 5 km Strand, Promenade und Hotels. Die Altstadt wird überragt von einer mittelalterlichen Burg, in der einst Papst Benedikt XIII residiert hat. Wir haben nicht seine Gemächer besichtigt, sind aber in einem kleinen Park lustwandelt, angelockt von Eulen und Greifvögeln, die dort an kurzen Leinen auf ihren Sitzstangen saßen. In den Gassen ist das Souvenirangebot angepasst – es gibt Holzschwerter und Ritterzubehör. Der Ausblick über den langen Strand und den Hafen und die vom Fang heimkehrende Fischereiflotte ist wunderschön.

Am Hafen haben wir noch das Ausladen des Fischfangs bewundert. In Windeseile werden die in Kisten sortierten Fische und sonstiges Meeresgetier auf Karren verladen und in die Autkionshalle geschoben. Vor der Halle stehen schon die Lieferwagen für den Abtransport. Erstaunlich in welcher Vielfalt die Fänge ausfallen.

Auf dem Rückweg haben wir uns Seezunge (kg 8,90 €) gegönnt und abends mit Genuss und Appetit einverleibt.

Böses Erwachen am nächsten Tag. Peter leidet unter heftigem Durchfall und hütet Bett und Klo(Mit 39°Fieber).Ursache, weil wir sonst das Gleiche verzehrt haben, waren evtl . zwei gezapfte Biere einer heimischen Brauerei in einem Lokal mit wenig Betrieb. An Auslaufen ist nicht zu denken. Heute habe ich alles besorgt, was man in der Apotheke bekommen und an Hausmitteln probieren kann. Es ist jetzt 21.00 Uhr und die Attacken flauen langsam ab. Bisher bin ich davon verschont!

Geschrieben von Heidi am 21.6.

 

Benicarlo – Valencia – Denia

„Drei Tage war der Frosch nun krank ….“ Na ja, etwas länger hat es schon gedauert. Am 24.6. ist Peter wieder fit und so segeln wir mit gutem Wind aus E und SE gleich durch bis Valencia. Lediglich die letzten 8 sm mussten wir motoren. Hafen und Stadt sind uns nun schon vertrauter, so dass wir ganz entspannt an der Markthalle sitzen, Tapas genießen und die vorbeikommenden Passanten beobachten können. Einen Nachmittag verbringen wir am Strand, der leider durch viele Plastikteile verschmutzt ist.

Am 27.6. laufen wir mittags aus. Eigentlich wollten wir den kleinen Flusshafen Parello anlaufen, der nur 15 sm entfernt ist, aber die Dünung und wenig Wasser in der Einfahrt – es sind auch keine höheren Masten zu sehen – behagen uns gar nicht und so drehen wir ab und nutzen die aufkommende Nachmittagsbrise und segeln durch bis Denia. Hinter der Nordmole fällt um 20.05 der Anker und wir verbringen eine ruhige Nacht mit Blick auf das angestrahlte Castell von Denia.

Nach Morgenbad und Frühstück sind wir heute früh eingelaufen und haben uns gleich ins Getümmel auf dem Straßenmarkt gestürzt. Kirschen, Pfirsiche, Kräuter, Knoblauch, Brot, Bohnen, Tomaten und Pimentos - es ist immer ein Abwägen, was man so alles gekühlt oder nicht gekühlt halten kann. Unsere neue elektrische Kühlkiste fasst 25 l und ist neben einigen Getränken randvoll. Da wir überwiegend nach Norden gefahren sind mit entsprechenden Temperaturen, war die Bilge stets ein vollwertiger Kühlschrankersatz. Entsprechend bescheiden ist unsere eingebaute Kühlbox. Das Bestreben, autark zu sein, kann man hier vernachlässigen. Die Häfen liegen dicht beieinander, die Freude am Ankern wird durch aufkommenden Schwell oft getrübt.

Nachmittags waren wir auf dem Castell mit einer wunderbaren Aussicht über den Hafen und die Stadt bis zum Cabo de San Antonio .

Geschrieben von Heidi am 28.6.

Denia –   Villajoyosa – Las Dunas

Eine weitere Nacht haben wir hinter der Nordmole von Denia verbracht. Tagsüber – zumal am Wochenende – sind diese geschützten Plätze sehr begehrt, abends liegt man allein dort.

Am 30.6. gehen wir Anker auf und kreuzen bis Cabo de San Antonio. Zwischen diesem Cap und Cabo de Nao dreht der Wind günstiger für uns und wir segeln bis in die Bucht von Moreira, um dort zu ankern. Aber – es ist Wochenende - die Bucht ist total belegt und selbst die größeren Motorboote schaukeln im Schwell.

Also segeln wir weiter bis Greenwich, schmeissen aber angesichts des Hafengeldes von 69,-- € gleich wieder los und fahren weiter zur nächsten Ankerbucht bei Benidorm. Merkwürdigerweise gehen die Boote da noch mehr zu kehr, obwohl es viel geschützter liegt als Moreira. Langsam fühlen wir uns wie der „Fliegende Holländer“! 5 sm sind es dann noch bis Villajoyosa, wo wir letztendlich festmachen und eine ruhige Nacht verbringen.

So kommen 39 sm ins Logbuch.

Heute wehte es mit 4-5 Windstärken aus E. Eigentlich schönes Segeln, aber Dünung und Windsee passten nicht gut zusammen – Schlaglochpiste. Jetzt liegen wir in Las Dunas und bleiben gleich 4 Tage. Haben den gleichen Platz wie auf der Herfahrt. Auf dem Nachbarboot hausen immer noch die Spatzen und wo die flügge gewordene Brut sich zu Flugübungen versammelt hat, ist deutlich zu sehen: Guano unter der Seereling.

Eben haben Sabine und Axel geklopft. Sie liegen mit der „Bienchen“ am Nachbarsteg. Seit Wochen mailen wir ein Treffen zusammen – nachher wird palavert!

Geschrieben von Heidi am 2. 7.

Las Dunas – Mar Menor – Cartagena – Mazarron

Die Strandtage in Las Dunas haben wir genossen und abends mit Sabine und Axel gegrillt, gekniffelt und 5.000 gespielt und natürlich viel erzählt und gefachsimpelt. Die beiden kennen hier fast alle Häfen und haben viele Tipps auf Lager. Am 5.7. trennten sich unsere Wege.

Wir sind ins Mar Menor gesegelt und erreichten gerade zur 18.00 Uhr-Öffnung die Brücke. Geankert haben wir hinter der kleinen Insel Perdiquera. An Land sind einige verfallene Häuser, sonst hausen dort nur Möwen. Zum Wochenende waren viele Ankerlieger da, am Sonntag lichteten sich schnell die Reihen. Montag sind wir kurz die 4 sm nach Los Alcazares gefahren zum Einkaufen und Wasser nehmen und dann zurück zu „unserer Insel“. In dem schönen Ort hatten wir nur die schattigen Straßenseiten im Blick auf unserer Suche nach Fruteria und Supermarkt. Die Temperaturen gehen jetzt über 30 Grad und das Wasser ist mit 28 Grad – speziell im Mar Menor, auch ist es deutlich salziger - nicht mehr die große Erfrischung.

Nachmittags hatten wir den Logenplatz: 16 Gleitschirmflieger (Marine) landeten punktgenau am Strand, ein Flugzeug donnerte in Masthöhe vorbei und anschließend durften die Gleitschirmflieger nach Hause paddeln (3-4 sm), während die Fußtruppe – sie hatten die Landungsstelle mit Ballons gekennzeichnet – in stark motorisierten Schlauchbooten davonraste.

Dienstag sind wir weitergesegelt nach Cartagena mit leichtem Wind aus SE-E. Bei Cabo Palo, das wir diesmal dicht unter Land passierten, sprang ganz in der Nähe des Bootes ein prächtiger Marlin zweimal aus dem Wasser, ein ganz seltener Anblick. Die Nachmittagsbrise machte unsere Idee, in El Porto zu ankern, mal wieder zunichte. Wir lagen an einer Mooring und tanzten in den Wellen, so sind wir dann nach Cartagena gefahren, haben Bücher getauscht und ausgiebig das Salz vom Körper gespült. Stadtbummel und Yogurteis rundeten den Abend ab. Spätabends fing es an zu gewittern und zu regnen, da freut man sich doch über den sicheren Hafen.

Heute Mittag sind wir mit flauem Wind aus Süd und vielen Badepausen nach Mazarron gesegelt und liegen jetzt im Club de Regatas. Es grummelt schon wieder draußen. Die Gestaltung der Hafengebühren ist etwas merkwürdig. Wir liegen an einem großen Platz und müssen den Platz bezahlen. Würden wir an einem kleinen Platz liegen, müssten wir für die Größe des Bootes bezahlen.

Vielleicht bekommen wir ja noch einen angemessenen Platz, denn wir würden hier gern bleiben und noch einmal das köstliche Wok-Buffet genießen.

Geschrieben von Heidi am 10.7.

 

Mazarron – Playa Hornillo – Puerto Genovese – Almerimar

Mit dem angemessenen Platz in Mazarron hat es doch noch geklappt und das WOK-Buffet ließ keine Wünsche offen - einschließlich Froschschenkel.

Eigentlich sollte der Hafen von Aguilas unser nächstes Ziel sein, aber eine Bucht davor liegt die Bucht von Hornillo, die wir dann dem Hafen vorzogen. Vor den Felswänden wurde eifrig geschnorchelt und morgens weckte uns eine kurze einlaufende Welle. Vor uns lagen über 50 sm bis Puerto Genovese. Puerto ist übertrieben, es handelt sich um eine große Bucht vor Cabo da Gata. Unter Groß und Genua ließ sich die Fahrt gut an, aber langsam drehte der Wind auf SSE – S und bei Garrucha fuhren wir durch Nebelschwaden, die sich aber bald wieder auflösten. 30 sm mussten wir aufkreuzen bei wechselnden Windstärken an jedem Cap. Immerhin konnten wir bis in die Bucht segeln und erreichten unseren Ankerplatz kurz nach Sonnenuntergang.   20 Boote lagen dort vor Anker.

Montagmorgen drehte der Wind auf NE. Eigentlich wären wir gern noch geblieben, aber bei NE ist es dort sehr sehr ungemütlich. Außerdem streikt unser Kocher, eine Reparatur bei Geschaukel unmöglich. Also gehen wir früh Anker auf, passieren Cabo da Gata und die Bucht von Almeria mit flottem Wind aus NE und später ESE und sind nachmittags in Almerimar.

Am späten Nachmittag baut Peter den Kocher aus und geht auf Fehlersuche – die Brenner hatte er vorher schon gewechselt. Letztendlich ist der Tank dran und dort schwimmen Teilchen herum, die nicht reingehören. Petroleum umfüllen und Teilchen einfangen. Nach 3 Stunden ist alles wieder zusammengebaut und die Flammen brennen zu unserer großen Freude wieder normal.

Gestern ging eine Prozession um den Hafen. Mit Musik und dem Abschuss von Böllern ca. alle 10 m zog die „Virgen del Carmen“ um alle Hafenbecken. Wir saßen in der 1. Reihe im Bugkorb als die Carmen von 8 kräftigen Männern getragen, am Boot „vorbeischwebte“. Das Feuerwerk zum Abschluss durfte natürlich nicht fehlen. Startsignal für spanische Livemusik aus einem Lokal in der Hafenzeile.

Morgen wollen wir weiter in eine sehr schöne Bucht bei Almunecar – hoffentlich bleibt es so ruhig wie heute!

Geschrieben von Heidi am 17.7.

Almerimar – Ankerbucht bei Almunjecar – Caleta de Velez

Von Almerimar bis in unsere Ankerbucht hatten wir ganz ganz wenig Wind, keinen Seegang und die Begleitung von Delphinen. Zeitweise sprangen und schwammen 10 Delphine um unser Boot – ein immer wieder faszinierender Anblick.

Einen schönen Tag konnten wir in der Ankerbucht verbringen, aber abends setzte eine kräftige Dünung ein, so dass wir um 22.30 den Anker lichteten und nach Caleta de Velez gefahren sind. Irgendwo im östlichen Mittelmeer muss ordentlich Wind gewesen sein, um diesen Schwell zu verursachen, wir hatten tagsüber kaum Wind. Mehr als eine ruhige Nacht haben wir in dieser Bucht noch nicht gehabt – schade.

Caleta de Velez gefällt uns immer wieder. Das Gekrächze der grünen Papageien, die hier in den Palmen nisten, die morgendlichen Jogger und Walker und abends der gemütliche Betrieb in einem neu eröffneten Restaurant. Tagsüber erreichen wir Temperaturen, die nur noch unterm Sonnenschirm am Strand oder im Wasser auszuhalten sind. Gestern blieb die Küche kalt – wir haben uns gegrillten Calamar gegönnt und als Vorspeise Muscheln pil-pil, dazu eine Flasche Wein (4,-- €), einfach köstlich.

Geschrieben von Heidi am 25.7.

Caleta de Velez – Marbella - Estepona

Am 29.7. haben wir Caleta mit dem Ziel Bajadilla/Marbella verlassen, von 44 sm leider nur 15 unter Segeln. Wir konnten einen Mondfisch beobachten – bei Annäherung gehen sie sofort auf Tauchstation. Ein Gummitier, 3 Bälle und eine defekte Luftmatratze luden zum „Mann-über-Bord-Manöver“, aber wir haben sie treiben lassen.

Nach einem morgendlichen Spaziergang durch die Altstadt von Marbella haben wir abgelegt und sind mit achterlichem Wind unter Genua nach Estepona gesegelt. Kurz nach uns lief Walter Stoffers mit der „Free“ ein. In Faro sind Florian und Wienke zugestiegen. Sie werden bis zum 17.8. an Bord bleiben. Walter sucht noch Mitfahrer für die Rhone-und lange Kanalfahrt nach Norden.

Zwei Boote vom YCS Strande an einem Steg in Estepona! Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Gestern Abend hat die „Free“ schon wieder abgelegt. Leider sind bis zum Wochenende für sie ungünstige östliche Winde angesagt.

Wir haben noch einen faulen Tag am Strand verbracht und haben uns bequem vom Taxi zum Boot bringen lassen –notgedrungen : Peter hat sich einen Plattfuss „eingehandelt“ und die Aussicht ca eine Stunde bei 30 Grad das Fahrrad zu schieben!?

Wir wollen morgen weiter nach Ceuta.

Gechrieben von Heidi am 1.8.

Estepona – Ceuta – La Linea

Am 2.8. sind wir aus Estepona ausgelaufen und bei Ostwind unter Groß und Genua nach Ceuta gesegelt. In der Straße von Gibraltar herrschte wenig Schiffsverkehr. Nur der Strom versetzte uns , so dass wir bis zu 20 Grad vorhalten mussten. In Ceuta haben wir ordentlich Diesel gebunkert (1 l für 1,12 €), als Rabatt gab es 7 l Benzin für den Außenborder. Nun hoffen wir, dass der Diesel auch für das nächste Jahr reicht!

Die Nähe zu Marokko ist deutlich zu sehen an den vielen in lange Gewänder gehüllte Frauen. Die Kleider im Einheitsschnitt sind aber sehr farbenfreudig. Abends kündigte Musik einen Umzug an. Hell erleuchtete Wagen, Figuren mit gewaltigen Köpfen, Phantasiefahrzeuge und offene Wagen, auf denen Kinder in Flamencokleidern saßen, zogen an einem begeisterten Publikum vorbei. Auch hier waren viele Kinder festlich gekleidet (Windelpopo und Flamencokleid, dazu Absatzschuhe!!)

Beim Auslaufen aus Ceuta am Sonnabend frischte der Wind aus NW auf mit 5-6. Hoch am Wind überquerten wir die Straße von Gibraltar. Der Schiffsverkehr war wieder mäßig. Dickster Brocken war ein Flugzeugträger, der von Hubschraubern umkreist ostwärts fuhr. Später drehte der Wind westlicher, so dass wir wunderbar in die Bucht segeln konnten.

Zwei Tage haben wir vor La Linea am Anker gelegen und sind Montag eingelaufen.

Die Fahrt nach Gibraltar ist aufregend. Der Straßenverkehr mit staugenervten Autofahrern, Motorrädern und –rollern gewaltig und in der Mainstreet wimmelt es von Touristen. Fish & Chips, darauf hatten wir uns gefreut – diesmal keine Tour zum Affenfelsen hoch – und für die letzten Pfunde Eis und Kaffee, dann sind wir wieder ins ruhige La Linea geradelt.

Jetzt warten wir auf Ostwind, der uns am windigen Tarifa vorbei nach Barbate bringen soll.

Geschrieben von Heidi am 6.8.

La Linea – Barbate

Einen Tag sind wir von La Linea aus mit dem Bus nach Tarifa gefahren. Der Bus fährt über das 300 m hoch gelegene Küstengebirge, der Blick über die Straße von Gibraltar bis nach Marokko und auf den Strand von Tarifa ist beeindruckend. Dutzende von Windmühlen sind hier auf den Hängen verbaut. „High Wind Area“ liest man auf vielen Autoaufklebern, Surfer und Kite-Surfer haben hier ihr Paradies gefunden. Wir konnten die vielen Kite-Segel über dem Strand nicht zählen.

Der alte Kern des Ortes ist maurisch geprägt mit sehr engen Gassen, ab und zu kann man in sehr schöne Innenhöfe sehen. Die Stadtmauer ist noch zu großen Teilen erhalten. Vom Hafen fahren große Katamaranfähren nach Tanger. Sonst liegen nur Fischereifahrzeuge im Hafen, für Yachten gibt es keinen Platz.

Nach einer weiteren Nacht auf Reede sind wir heute gegen 9.30 ausgelaufen. Da es schon die ganze Nacht aus Ost geweht hatte, haben wir uns entschieden, nur unter Fock zu segeln. In der Bucht wehte es mit Ausnahme einiger Boen vom wolkengekrönten Affenfelsen nur mit 4 Windstärken, aber beim Einsegeln in die „Straße“ waren wir doch froh über unsere Entscheidung. Ein Wal tauchte unweit vom Boot auf und mehrfach konnten wir noch seinen Blas sehen. Bei Tarifa haben wir 48Knoten Wind gemessen , stehend aus dem Cockpit, und die Fock weiter eingerollt.Zudem setzen hier auch noch heftige Ströme mit vielen Wirbeln. Die letzten Meilen briste es noch einmal mächtig auf, mit 8 Knoten rauschten wir in den Hafen. Faszinierend das Farbspiel des Wassers: Außen vor blau mit vielen weißen Wellenkämmen, dann grün im flacheren Wasser, in der Einfahrt fast gelb von der aufgewühlten See, dann wieder grün im geschützten Hafen. Es ist doch sehr beruhigend, wenn man einen Hafen kennt und weiß, dass man unter Segeln einlaufen und sich auf das Anlegemanöver vorbereiten kann.

Morgen soll es wieder ähnlich stark wehen, da werden wir lieber abwarten, bevor wir um Cap Trafalgar segeln!

Geschrieben von Heidi am 9.8.

 

Barbate – Chipiona – Punta Umbria – Ankerplatz Guadiana bei Ayamonte

Von Barbate nach Chipiona hatten wir guten Reisewind. Nur bei Cap Trafalgar briste es auf aus ESE 6 und zwischen den Untiefen türmte sich die See steil auf. Um 19.40 waren wir fest in Chipiona am Wartesteg und dann dauert es immer noch 30-40 Minuten, bis man einklariert ist. Da hilft auch der Hinweis nicht, dass man schon mal hier war und alle Daten im Computer sind. Alles muss noch einmal von Hand ausgefüllt, die Ausweise und Schiffspapiere kopiert werden. Nebenher muss noch telefoniert werden und auch Anfragen nach netten Lokalen in der Stadt werden gern ausführlich beantwortet. Bis auf dieses Procedere gefällt uns Chipiona ausgesprochen gut mit seiner lebhaften Innenstadt und der kleinen Markthalle, dem Strand und der Promenade.

Am 13.8. sind wir weitergesegelt nach Punta Umbria, einem Flusshafen an der Mündung von Rio Odiel und Rio Tinto. Am 14.8. sind wir mit dem Ausflugsdampfer nach Huelva gefahren. Wir wollten schon immer gern mal ein Stück den Fluss aufwärts fahren. Die Fahrt war schön, in der Stadt war es uns zu heiß und so haben wir die frische Luft auf einer historischen Verladebrücke verbracht mit Blick auf ein Naturschutzgebiet mit Marismas und Salinen und haben drei Flamingos im Flug bewundert.

Der 15.8. ist in Spanien Feiertag „Mariä Himmelfahrt“. In Punta Umbria findet eine Prozession von der Kirche zum Hafen statt. Dort wird die Marienstatue auf ein Schiff gebracht zusammen mit festlich gekleideten Menschen, Musikanten und den vielen Trägern der Statue. Reich geschmückte Fischkutter und voll besetzte Boote aller Art fahren dann den Fluss auf und ab. Am Ufer stehen die Menschen dicht an dicht. In regelmäßigen Abständen wird eine Rakete abgefeuert. Zu unserem Erstaunen gab es abends kein Feuerwerk.

So viel zu sehen macht hungrig, den Abend haben wir in der Fußgängerzone mit einer großen Meeresfrüchteplatte beschlossen.

Heute sind wir mit zunehmendem SW hoch am Wind bis vor die Einfahrt des Guadiana gesegelt. Mit halbem Wind ging es gegen den Strom bis zum Ankerplatz. Morgen wollen wir weiter zur Insel Culatra bei Faro.

Ankerplätze im Guadiana –vor Ilha Culatra – vor Portimao

Am Ankerplatz auf dem Guadiana hatten wir kräftigen Wind aus Nord. Die auflaufende Flut stand dagegen, so dass wir quer zum Wind lagen. Mit geöffneten Seitenfenstern zog es richtig durchs Boot. Leider hielt dieser Wind nicht lange durch und wir hatten am nächsten Tag Mühe, bei schwächer werdendem Wind aus SW noch den Strom in die Ria Formosa zu bekommen. Hat gerade noch geklappt, um 20.30 fiel der Anker vor der Ilha Culatra in einem Feld von ca. 50 Ankerliegern. Katrin und Enno mit ihrer SY „Christine“ aus Kiel wollten uns hier treffen und so haben wir Ihnen sicherheitshalber unsere Position mitgeteilt, damit sie uns auch finden. Am Sonntagabend erreichten sie uns mit dem letzten Büchsenlicht. Wir haben eine feucht-fröhliche Wiedersehensparty gefeiert und bis in die Nacht geschnackt.

Am Montag haben wir die Ilha Deserta besucht .Die Insel ist unbewohnt, es gibt nur ein kleines Restaurant. Tagesgäste reisen mit der Fähre oder dem Boot an. Am Strand kann man meilenweit wandern, herrlich baden und wunderschöne Muscheln sammeln. Wir hatten Springtide und der Strom zwischen den Inseln wirbelte auf der Rückfahrt ordentlich, aber unser kleiner Außenborder schaffte es, wenn auch mühsam.

Am Dienstag haben uns Katrin und Enno zum Rinderbraten von heimischer Färse eingeladen. Die beiden sind so begeistert von der Insel Culatra und der Ria Formosa, dass sie noch längere Zeit dort verbringen wollen – sie segeln „open end“. Bei Vollmond und lauer Luft ein gelungenes Abschiedsessen, denn wir wollen am nächsten Tag weiter.

Nun liegen wir vor Portimao auf Reede. Kein Vergleich zur Idylle vor Culatra. Abends hämmert hier Discomusik, aber die würde uns im teuren Hafen ja auch nicht verschonen.

Geschrieben von Heidi am 22.8.

Lagos – Sagres – Sines – Ankerplatz Halbinsel Troya

Von Portimao nach Lagos sind es nur 8 sm. Wir haben in den Hafen von Lagos verholt, den Bauernmarkt besucht und das Strandleben genossen. Lagos ist für uns einer der schönsten Häfen in der Algarve.

Am 26.8. sind wir nach Sagres gesegelt und haben dort geankert. Von hier sind es nur wenige Meilen zum Cap Vicente. Für die nächsten Tage hat der Wetterbericht südlichen Wind angekündigt, die Gelegenheit, das Cap Vicente zu runden und den Bug wieder nach Norden zu richten.

Am 27.8. haben wir morgens bedeckten Himmel, es ist kühl, Jeans und Fleece sind angenehm. Wir gehen früh Anker auf und bereits um 8.30 Uhr liegt Cap Vicente quer an Steuerbord. Oben auf dem Plateau gibt es „die letzte Bratwurst vor Amerika“ (mit Zertifikat) für uns nur durcheinanderlaufende See, die nur langsam übergeht in eine lange und sehr hohe Dünung. Erst gegen 12.00 setzt Wind aus WSW ein, wir setzen Groß und Genua und „Düvel ok“ erklimmt Welle für Welle. Mehrfach haben wir Besuch von Delphinen und wir beobachten immer wieder Basstölpel, die sich auf Nahrungssuche pfeilschnell in die Fluten stürzen. Abends gegen 20.00 sind wir fest in Sines.

Der Ort liegt auf der hohen Küste. Über viel e Treppenstufen erreicht man das Denkmal von Vasco da Gama, dem größten Sohn dieser Stadt. Momentan wird der gesamte Hang umgestaltet. Ein Fahrstuhl soll den Aufstieg in die Altstadt erleichtern.

Kaum sind wir am 29.8. morgens aus dem großen Vorhafen von Sines, hüllt uns dicker Nebel ein. Zwei Stunden läuft das Radar mit, dann hat die höher steigende Sonne den Nebel aufgelöst. Hoch am Wind segeln wir unter Groß und Genua bis zur Ansteuerung in den Rio Sado. Vor uns liegen einige Ausflugsboote und ein großer Katamaran am Fahrwasser und halten Ausschau nach Delfinen. Wenig später sehen wir sie und einige tauchen immer wieder bei uns am Boot auf. Von einem kleinen Motorboot wurden die ganze Zeit die Delfine neben uns fotografiert. Wir haben ihnen unsere eMail-Adresse gegeben, vielleicht mailen sie uns ein paar schöne Bilder. Es ist eine Gruppe von über 20 Delfinen, die hier auf dem Rio Sado leben.

Wir ankern hinter der Halbinsel Troya, Sandbänke und Strände haben wir fast für uns allein. Neben den Delfinen gibt es hier aber auch Quallen von beeindruckender Größe. Sie sind blassgelb (olmig) und so ein Prachtexemplar würde glatt einen 10 l Eimer füllen. Heute früh habe ich auf das Baden verzichtet, da schwammen sie dicht an dicht mit der auflaufenden Flut vorbei.

Geschrieben von Heidi am 31.8.

Strand im Sado - Delta

Fotos aufgenommen von einem portugisieschen Motorboot, am 15.10. per Mail erhalten.

Vielen Dank dafür!!!

Ankerplatz Rio Sado – Ankerplatz vor Cascais – Oeiras – Marina Parque das Nacoes – Doca de Alcantara – Tagus-Yacht-Center in Seixal-Amora

Vom Rio Sado nach Cascais hatten wir wechselnde Winde aber insgesamt einen angenehmen Segeltag,  d.h. wenig Dünung . Auf der Reede von Cascais lagen ca. 30 Boote. Mit dem Schlauchboot konnten wir bequem anlanden bei den Fischern, in den Ort bummeln und abends Sushi-Essen. Da hat sich unsere Ankerlampe mit Blinkfunktion bewährt, es erleichterte doch sehr das Auffinden des Bootes im Ankerfeld.

Oeiras liegt schon in der Mündung des Tejo. Ein Hafen der kaum Wünsche offen lässt. Das Servicepersonal ist ausgesprochen hilfsbereit  und freundlich, es gibt einen  kostenlosen Brötchenservice ,  das Freibad darf  genutzt werden und auch  Internet steht zur Verfügung.  Ein  schöner Strand ist in der Nähe.

Von Oeiras sind wir am 7.9. mit auflaufendem Wasser zur Marina Parque das Nacoes gesegelt, vorbei an Lissabon mit seiner einmaligen Kulisse der Altstadt. Die Marina liegt auf dem Expo-Gelände mit vielen sehr futuristischen Gebäuden und einem sehenswerten Aquarium. Uns hatten es dort vor allen Dingen die riesigen Schildkröten, Rochen und ein großer Mondfisch angetan. Mondfische haben wir mehrfach unterwegs gesehen, leicht zu erkennen an ihrer wedelnden Flosse an der Oberfläche des Wassers. Mit dem Rad sind wir bis hinter die Brücke „Vasco da Gama“ gefahren, eine der längsten Brücken Europas. In der Ferne konnten wir bei Ebbe Flamingos sehen. Das ganze Gelände ist Wohnviertel und Freizeitpark zugleich.

Der Hafen hat einen riesigen Nachteil: Er verschlickt und ist nicht immer erreichbar. Der Anmeldesteg fällt total trocken und mitten im Hafen hat sich ein „Wattenrücken“ gebildet, so dass viele Stege nicht nutzbar sind. 

Von dort ist die Altstadt von Lissabon gut mit dem Bus zu erreichen. Einen Tag haben wir Lissabon wieder auf Schusters Rappen erkundet, man entdeckt immer wieder Neues, wenn man durch die Gassen wandert.

Neben dem Besichtigungsprogramm hatten wir aber auch einen sog. „Beschickertag“. Die Vorsegel haben wir abgetakelt, Schoten gewaschen und verstaut.

Am 11.9. sind wir nach Doca de Alcantara gefahren, haben eine sehr schöne Radtour zum Torre de Belem unternommen. Aber auch unbeliebte Sachen wie Ölwechsel erledigt  und das Großsegel verstaut.

Am 12.9. haben wir die letzten Seemeilen dieser Sommerreise nach Seixal-Amora in Angriff genommen und nach einer Nacht längsseits einer australischen Yacht sind wir am Freitag dem 13. (!) mit dem Travellift an Land gesetzt worden.  Abends gab es gleich eine Grillparty auf dem Gelände. Eine bunte Gesellschaft hatte sich eingefunden: Holländer, Schweden, ein Australier, Deutsche und eine Gruppe von den Kapverden.

Inzwischen haben wir unseren Leihwagen vom Flughafen in Lissabon abgeholt (ohne uns in Lissabon zu verfahren!). Neben den Arbeiten am Boot sind auch Ausflüge in die Umgebung geplant – heute waren wir am Strand.

Geschrieben von Heidi am 15.9.

Tagus Yacht Center Amora

Seit dem 13.9. liegen wir nun hoch und trocken in der Werft. Dagegen ist das Leben an Bord im Wasser der reinste Luxus. Das letzte Frischwasser ist verbraucht, der Tank desinfiziert, das Bordklo ist außer Betrieb, für alles und jedes muss man also von Bord klettern. Besonders unangenehm ist es, dass sich das Boot in der prallen Sonne – die wir bisher noch  hatten – unglaublich aufheizt. Zum Glück haben wir das Auto zur Verfügung, so dass wir vormittags zum Strand fahren können - und das auch ausgiebig tun. Das Baden in der Brandung ist herrlich, auch wenn man mal von einer Welle richtig durchgebeutelt wird.

Auf dem Werftgelände herrscht reger Betrieb. Hier wohnen mehr Leute auf ihren Booten als in manchen Häfen, die wir angelaufen haben – einige über Jahre. Am Wochenende wird zur Grillparty geladen. Jeder bringt was mit und die Unterhaltung funktioniert in einem Gemisch aus deutsch, englisch, französisch und ein paar Brocken portugiesisch, mit Händen und Füßen und freundlichem Lächeln. Sehr gastfreundlich sind die Fischer von den Kapverden, die hier einen großen Holzkutter mit Polyester überziehen und seit Monaten bei der Arbeit sind. In einer alten Halle haben sie ihre Küche aufgebaut, es wird jeden Abend gekocht (es sind bis zu 12 Personen) und wer sich dazu hockt, bekommt was zu essen. Sie wohnen nicht auf ihrem Kutter, im Ort  haben sie ein Haus gemietet.

Für die nächsten Tage ist für Lissabon R e g e n angekündigt! Die Vorboten sind schon eingetroffen, der Himmel war teilweise bedeckt. Wir werden morgen packen und uns am Mittwoch auf die Fahrt nach Faro machen. Nach dem langen Sommer freuen wir uns jetzt auch auf zu Hause.

Geschrieben von Heidi am 23.9.